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Scan to BIM: So wird aus der Punktwolke ein BIM-Modell

15. Feb 202610 Min. LesezeitTechnologie

Der gesamte Scan-to-BIM-Prozess erklärt — von der Datenerfassung über LOD-Stufen bis zum fertigen Gebäudemodell in Revit oder ArchiCAD.

Scan to BIM beschreibt den Prozess, bei dem ein physisches Gebäude per 3D-Laserscan erfasst und anschliessend in ein intelligentes BIM-Modell überführt wird. Was vor wenigen Jahren noch Spezialwissen erforderte, gehört heute zum Standardrepertoire moderner Planungsbüros. In diesem Beitrag zeigen wir den kompletten Workflow — von der ersten Messung bis zum abgabefertigen Modell.

Phase 1: Gebäudeerfassung per Laserscan

Am Anfang steht die physische Datenerfassung. Terrestrische Laserscanner wie der Leica RTC360 oder der Faro Focus erfassen Millionen von Messpunkten pro Sekunde. Je nach Gebäudegrösse sind mehrere Standpunkte nötig, die anschliessend zu einer einheitlichen Punktwolke registriert werden. Bei einem typischen Mehrfamilienhaus dauert die Erfassung vor Ort einen halben bis ganzen Tag. Drohnengestützte Scans ergänzen die Aufnahmen bei Dachlandschaften und Fassaden.

Phase 2: Punktwolkenaufbereitung und Bereinigung

Die Rohdaten müssen vor der Modellierung aufbereitet werden. Störende Elemente wie Personen, Fahrzeuge oder temporäre Einbauten werden entfernt. Die einzelnen Scans werden über gemeinsame Referenzpunkte zusammengeführt und in ein einheitliches Koordinatensystem überführt. Software wie Autodesk ReCap, CloudCompare oder Leica Cyclone kommt dabei zum Einsatz. Das Ergebnis ist eine bereinigte, georeferenzierte Punktwolke — die Grundlage für die BIM-Modellierung.

Phase 3: Modellierung in Revit oder ArchiCAD

Nun beginnt die eigentliche Modellierungsarbeit. Die Punktwolke wird als Referenz in Revit oder ArchiCAD geladen, und unsere BIM-Modellierer zeichnen die Gebäudegeometrie manuell nach. Wände, Decken, Stützen, Treppen, Fenster und Türen werden als intelligente BIM-Objekte modelliert — nicht bloss als geometrische Formen. Automatische Werkzeuge können unterstützen, aber die Erfahrung zeigt: Für zuverlässige Ergebnisse nach Schweizer Standards ist qualifizierte Handarbeit unverzichtbar.

LOD-Stufen: Vom Groben zum Feinen

Der Detaillierungsgrad eines Scan-to-BIM-Modells wird in LOD-Stufen (Level of Development) angegeben. LOD 100 umfasst vereinfachte Volumenmodelle, LOD 200 enthält grobe Geometrien mit ungefähren Massen. LOD 300 liefert exakte Geometrien mit definierten Bauteilen — das ist der häufigste Standard für Umbauprojekte. LOD 350 ergänzt Verbindungen und Schnittstellen zwischen Bauteilen, während LOD 400 Fertigungs- und Montagedetails beinhaltet. Die meisten Schweizer Projekte bewegen sich zwischen LOD 200 und LOD 300.

Typische Software im Scan-to-BIM-Prozess

Die Toolchain umfasst mehrere Softwareprodukte. Für die Registrierung: Leica Cyclone, Faro Scene oder Autodesk ReCap. Für die Punktwolkenbearbeitung: CloudCompare (Open Source) oder PointCab. Für die BIM-Modellierung: Autodesk Revit und Graphisoft ArchiCAD. Plugins wie PointSense oder Scan-to-BIM von IMAGINiT beschleunigen die Modellierung. Für die Qualitätskontrolle vergleichen wir das fertige Modell mit der Punktwolke und prüfen die Abweichungen — Toleranzen von 10 bis 20 Millimetern sind branchenüblich.

Kosten und Zeitrahmen

Die Kosten für Scan-to-BIM hängen vom Gebäudetyp, der Komplexität und dem gewünschten LOD ab. Für den Scan selbst fallen je nach Anbieter CHF 2'000 bis CHF 8'000 an. Die Modellierung beginnt bei Bimzeichner ab CHF 40/h — ein Einfamilienhaus in LOD 200 benötigt typischerweise 30 bis 50 Stunden, ein Mehrfamilienhaus 80 bis 150 Stunden. Bei grossen Gewerbebauten können es 200 bis 400 Stunden sein. Die Durchlaufzeit beträgt für ein durchschnittliches Projekt zwei bis vier Wochen ab Erhalt der Punktwolke.

Häufige Einsatzbereiche in der Schweiz

Scan to BIM ist besonders gefragt bei Umbauten und Sanierungen, wenn keine digitalen Bestandspläne vorhanden sind. Denkmalgeschützte Gebäude profitieren von der berührungslosen Erfassung. Im Facility Management bildet das BIM-Modell die Basis für den digitalen Gebäudebetrieb. Auch bei Erweiterungsbauten und Aufstockungen liefert Scan to BIM die verlässliche Grundlage — millimetergenau und nach Schweizer Normen dokumentiert.

Fazit: Scan to BIM als Brücke zwischen Alt und Neu

Scan to BIM schliesst die Lücke zwischen physischem Gebäudebestand und digitaler Planung. Wer den Workflow beherrscht, spart bei Umbauprojekten erheblich Zeit und reduziert Planungsfehler auf ein Minimum. Bei Bimzeichner übernehmen wir den gesamten Prozess von der Punktwolkenaufbereitung bis zum fertigen BIM-Modell — präzise, termingerecht und zu transparenten Konditionen ab CHF 40/h. Senden Sie uns Ihre Punktwolke, und wir erstellen ein unverbindliches Angebot.

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